Schachraritäten aus alter Zeit

 

 

 801. Alexandre, A(aron). Encyclopédie des échecs, ou résumé comparatif en tableaux synoptiques des meilleurs ouvrages écrits sur ce jeu par les auteurs français et étrangers, tant anciens que modernes, mis à l'usage de toutes les nations par le langage universel des chiffres. Paris, D'Urtubie, Worms u. a., 1837. 4°. Mit lithographiertem Vorderumschlag, 2 Diagrammen im Text, 1 doppelblattgroßer Titel, 3 doppelblattgroßen Textbll., 51 doppelblattgroße nummerierte Tabellen, 1 doppelblattgroße Übersichtstabelle. Lose in Leinenkassette mit handbeschriftetem Titelschild auf Rücken. (57)

 * Linde - N. 1790; van der Linde II, 11; Schmid S. 99 ff. Auf 51 Tabellen (ohne Anmerkungen) enthält dieses Werk die Mehrzahl der Anfangsspiele aus ungefähr 30 Werken der bedeutenden Autoren der damaligen Zeit. Die Spiele sind in der von Allgaier angewendeten Art, nämlich in senkrechten Reihen nebeneinander geordnet und zusammengestellt. Folgende Spiele sind enthalten: Tab. 1 - 10: das Läuferspiel. Tab. 11 - 25: die Springerpartie. Tab. 26 - 30: das Läufergambit und die nicht angenommenen unregelmäßigen Gambitspiele. Tab. 31 - 41: das Springergambit. Tab. 42 - 46: Damengambit. Tab. 47 - 51: die regelmäßigen Eröffnungen. Zuletzt folgt eine Übersicht der verschiedenen Anfangszüge. Schmid schreibt über dieses Werk: "Es ist für Alle, welche sich mit der Theorie der Anfangsspiele beschäftigen ... ein unentbehrliches Buch, weil man daraus sogleich ersehen kann, was über jedes Spiel bis jetzt [1847] geschrieben worden ist." Die Vorrede ist in französischer, englischer, deutscher und italienischer Sprache abgedruckt. Der mit Schachabbildungen illustrierte lithographierte Vorderumschlag liegt bei. Zustand: Der lithographierte Umschlag und wenige Blätter sind etwas knapp beschnitten. Titelblatt an zwei Rändern hinterlegt. Innen gebräunt, wenig fleckig, teilweise stärker und mit wenigen handschriftlichen Notizen. Einige Blätter und Umschlag mit Randdefekten. Seltene und gesuchte Ausgabe.                240,00

 

 802. (Ciccolini, Giuseppe.) Tentativo di un nuovo giuoco di scacchi. 2 Bände (in einem gebunden). Rom, Bourlié, 1820. 8°. Mit 3 gefalteten Kupfertafeln und 100 Diagrammen auf 50 (statt 52) Tafeln. LXVI, Titel, 2 Bll., 30 Seiten Appendice, 2 Bll. Neuer marmorierter Pappband. (Als aufgeschnittene Broschur gebunden) (17)

 * Linde - N. 4783; van der Linde II, 363; Chicco - Sanvito, Lineamenti ..., 215; Schmid S. 145: "Dieses Werk erklärt eine neue Art von Schach, welches auf einem Brette von 100 Feldern gespielt wird." Zustand: Vorsätze erneuert. Innen randig, etwas gebräunt und fleckig. Einige Seiten mit teils reparierten Defekten.                50,00

 

 803. (Pratt, Peter.) An easy Introduction to the game of chess; containing one hundred examples of games, and a great variety of critical situations and conclusions; including the whole of Philidor's Analysis, With copious Selections from Stamma, the Calabrois, &c. Arranged on a New Plan ... To which are added, Caïssa: A poem, by Sir William Jones, The morals of chess by Dr. Franklin; Chess and Whist compared; ... A new edition, carefully revised. London, Baldwin, Cradock and Joy, u. a., 1820. 8°. (1 gefaltete Kupfertafel (Schachbrett) fehlt.) VIII, 254 S. (Vortitel und 1 Bl. Anz. fehlen). Brauner Lederband mit Rückenvergoldung. (57)

 * Linde - N. 613; v. d. Linde I, 409. Seltene Zusammenstellung, die 1806 zum ersten Mal erschienen ist. Aus dem Inhalt: Rules for playing. Games. Conclusions of games. Difficult check - mates. Drawn games. Critical situations to win games. Philidor's legacy. Varieties of chess. Caissa, a poem. Anecdotes relative to chess and chess - players. Zustand: Innen etwas gebräunt und gering fleckig. Einband bestoßen und beschabt, am Rücken sachgerecht restauriert.                50,00

 

804. Kenny, W(illiam) S(topford). Practical chess grammar: or, an introduction to the royal game of chess: In a series of plates. Designed to instruct the learner, remove the difficulties of this ... scientific game, and render it attainable by the lowest capacity. 5th Edition, considerably improved. London, Allman, 1823. 4°. Mit 1 Frontispiz und 9 numm. Kupfertafeln mit Diagrammen und 2 Textillustrationen. VI, 1 Bl., 57 Seiten. Neuer schwarzer Leinenband. (57)

 * Van der Linde II, 31; Linde - N. 627; Schmid S. 212. "S. 49 - 57: Opinions and anecdotes respecting the game of chess. Die zweite Ausgabe ist ein neuer Satz mit unverändertem Text, die dritte, vierte und fünfte sind mit der zweiten ganz identisch und haben blos neue Titel." (van der Linde II, 30) Die schönen Kupfertafeln zeigen die Anfangsaufstellung der Spielfiguren sowie die Zugmöglichkeiten von verschiedenen Figuren. Zustand: Name auf Vorsatz. Vorsätze randig. Innen gebräunt und etwas fleckig. Interessante Ausgabe.                60,00

 

 805. Koch, Johann Friedrich Wilhelm. Elementarbuch der Schachspielkunst. Magdeburg, Creutz, 1828. 8°. VIII, 191 Seiten. Marmorierter Pappband mit eingebundenem lithographierten und illustrierten Umschlag. (41)

 * Linde - N. 655; Kieler Schachkat. 2763; Schmid S. 216: "Endlich hat Koch noch ein sehr brauchbares Elementarbuch ... verfasst oder vielmehr ausgezogen ..." (Schmid S. 215) Johann Wilhelm Friedrich Koch war Prediger in Magdeburg und später Konsistorial- und Schulrat. "Das letztere, ein besonders merkwürdiges Spiel, welches einen bisher ungebräuchlichen, und von keinem Meister mitgetheilten, Anfangszug enthält, hat seine Entstehung dem ... K. Preuß. Oberst. Lieut. von Donop zu danken." (Koch S. 72) Zustand: Vorsätze erneuert. Stempel auf Vorderumschlag. Innen papierbedingt etwas gebräunt und stärker fleckig. Umschlag angestaubt. Der Einband ist berieben und stärker bestoßen.                150,00

 

 806. (Montigny, Alfred de) Stratagems of chess, or a collection of critical and remarkable situations, selected from the works of eminent masters, illustrated on plates, describing the ingenious moves by which the game is either won, drawn, or stale - mate obtained. Taken from the celebrated french work entitled stratagèmes des échecs. Carefully revised and improved ... [Second edition] London, Allman etc., 1817. 8°. Mit zweifarbigem Frontispiz (Schachspiel) und 120 Diagrammen, jeweils auf einer Seite. Titel, VI, 150, 64, 4 Seiten Anzeigen. Dunkelbrauner Leinenband. (57)

 * Linde - N. 2157; Schmid S. 326: "... Das ganze Werk enthält aus Stamma und noch anderen früheren Schachspielern entlehnte Spielendungen, und ist dem Eingeweihten sowohl, als dem Laien gleich nützlich ..." Er nennt jedoch nicht die 2. Auflage. Vergl. v. d. Linde II, 239. Zustand: Riss zwischen Innendeckel und Vorsatz geklebt. Innen etwas gebräunt und gering fleckig. Wenige Seiten mit kleine Defekten bzw. Anstreichungen. Einband wenig bestoßen.                60,00

 

807. Philidor, A. D. (François André Danican) L'Analyze des Echecs: Contenant Une Nouvelle Méthode Pour apprendre un peu de Tems à se Perfectioner dans ce Noble Jeu ... London, 1749. 8°. Mit 1 Titel-, Text- (nach Subskribentenliste) und Schlussvignette. XXI, 170 Seiten. Brauner Halblederband mit leichter Rückenvergoldung und Rückenschildchen. (81)

 * Van der Linde I, 391: Erster Druck der ersten Ausgabe. Zu identifizieren nach den Vignetten und verschiedenen unterschiedlichen Schreibweisen einzelner Worte, der Seitenzahl und der bei dieser Ausgabe enthaltenen Liste der 127 Subskribenten. Philidor (1726 - 1795) war der größte Meister des 18. Jahrhunderts und stärkster Spieler der Welt nach seinen Wettkampfsiegen gegen Stamma. Sein Buch enthält seine Schachstrategie, mit der er seinen Zeitgenossen weit voraus war. Er verfasste sie mit 22 Jahren und ließ sie dann in London drucken. Sein Satz "Die Bauern sind die Seele des Schachspiels ..." wurde zur Legende. Von Beruf war er eigentlich Musiker und Opernkomponist. Die Inhalte sind auch heute noch von großer Bedeutung, es war eben ein bahnbrechendes Werk. "Mit der Erläuterung seiner Grundsätze in seinem Buch "L'Analyse du Jeu des Echecs" legte Philidor den Grundstein des modernen Schachs. Er führte das Schachspiel aus den engen Grenzen Euklidscher Beobachtung heraus in den grenzenlosen Bereich Cartesianischen Denkens". (Max Euwe) Aus der Liste der Subskribenten ergeben sich auch Vorbestellzahlen. Die Herzogin von Cumberland hatte 50 Exemplare geordert! Zustand: Vorsätze erneuert und mit Leimschatten. Innen leicht gebräunt und wenig fleckig und mit vielen handschriftlichen Notizen im weißen Rand. Bekanntes und gesuchtes Werk.                600,00

 

 808. Philidor, A. D. (André Danican) Die Kunst im Schachspiel ein Meister zu werden. das ist: Ein neuer Unterricht, wie man in kurzem dieses so edle und beliebte Spiel nach seiner Vollkommenheit erlernen könne. gewiesen Nach den neuesten Mustern des berühmten und itztlebenden großen Schachspiel - Meisters in England ... und Des Arabers Philipp Stamma ... entdeckte Schachspiel - Geheimnisse, nebst einigen Regeln, dieses Spiel wohl zu vollziehen, und den Sieg durch feine und subtile Züge davon zu tragen. 2 Teile in einem Band. Straßburg, König, 1754. Kl. - 8°. Mit 1 gefalteten Tafel. 12 Bll. (inkl. Titel u. Titel von Teil 2), 351 Seiten, letzte (unnum.) Seite Errata. Halbpergamentband mit Rückenschildchen. (81)

 * Linde - N. 476; van der Linde I, 395. Erste deutsche Ausgabe. "Mit der Erläuterung seiner Grundsätze in seinem Buch "L'Analyse du Jeu des Echecs" legte Philidor den Grundstein des modernen Schachs. Er führte das Schachspiel aus den engen Grenzen Euklidscher Beobachtung heraus in den grenzenlosen Bereich Cartesianischen Denkens". (Max Euwe) Philidor war der stärkste Schachmeister des 18. Jahrhunderts, er war Musiker und Schachmeister gleichermaßen. So erschien diese erste deutsche Ausgabe in Straßburg im gleichen Jahr, als in London seine Hymn to Harmony uraufgeführt wurde. Zustand: Innen etwas gebräunt, wenig fleckig und mit wenigen Stempeln. Wenige Seiten und Tafel mit Textabklatsch. Einband angestaubt und etwas bestoßen. Seltene Ausgabe.                300,00

 

809. Reinganum, A(aron). Ben - Oni oder die Vertheidigungen gegen die Gambitzüge im Schache, nach bestimmten Arten klassificirt. Mit einem Anhange, in welchem die im Werke, unter verbessernden Abänderungen, vorkommenden Meisterspiele, unabgeändert aufgestellt sind, sammt hinzugefügten Reflexionen ... Nebst einem Versuch einer Literatur des Schachspiels von J. D. A. Höck. Frankfurt / M., Hermann, 1825. 4°. Mit 1 Diagramm. XVII, 176 Seiten. Pappband mit Rückenschildchen. (Als Broschur gebunden) (81)

 * Linde - N. 1788; van der Linde II, 32; Schmid S. 285/6. Interessante Darstellung mit vielen Verweisen auf den Schach - Codex von Koch, was Schmid in seiner Würdigung allerdings bemängelt, weil nicht jeder diese Ausgabe habe. Das Literaturverzeichnis ist relativ ausführlich. Zustand: Innen papierbedingt gebräunt. S. 87 / 88 mit Fehlstelle im weißen Rand. Etikett auf Rücken. Einband angestaubt. Seltene erste und schön gebundene Ausgabe.                180,00

 

 810. Severino, (Severinus) M. (Marcus) Aurelius. La filosofia overo il perche degli scacchi per cui chiaramente si mostra prima l'artificio della fabrica universale, poscia la ragion particolare della ordinanza, & degli andamenti tutti degli scacchi: trattato non tanto per lo gradevolo scherzo, quanto per la riposta contezza delle cose pregiato ... dedicato ... Benedetto Caracciolo ... Neapel, a spese d'Antonio Bulifon, 1690. 4°. Mit 1 Kupferstichporträt des Verfassers, 1 Titelvignette und 1 Textkupfer. 3 Blätter (inkl. Titel), 120 Seiten. Angebunden: Derselbe. Dell'Antica pettia overo che Palamede non è stato l'inventor degli Scacchi. Trattato ... Nel quale si dà piena contezza non solo de' Scacchi, ma di più Giuochi degli Antichi, non men dilettevoli, che necesssarii all'intelligenza di moltiluoghi di Greci & Latini Scrittori  ... Neapel, a spese di Antonio Bulifon, 1690. Mit 1 Kupferstichporträt des Verfassers und 1 Titelvignette. 3 (statt 5) Bll. (inkl. Titel), 82 (recte 64) Seiten. Halbpergamentband. (17)

 * Ad I: Linde - N. 4147; van der Linde I, Beil. 33; vergl. Schmid 314; Massmann S. 171,12; Chicco - Sanvito 805. "Der Autor versucht zu zeigen, dass das Schachspiel moralische, politische, oekonomische und besonders militärische Vorschriften enthält, erwähnt aber den Cessoles gar nicht." (van der Linde) Das hier angebotene Werk enthält auch die "Rythmomachie". Außerdem war er Verfasser vieler medizinischer Werke. Ad II: Linde - N. 171; van der Linde I, 41 f.; Chicco - Sanvito 806; Schmid S. 315. Marcus Aurelius Severino (Geboren 1580 in Tarsia - 1656 in Neapel an der Pest gestorben) war Philosoph, Arzt und Chirurg in Neapel. Zustand: Vorsätze und Rücken erneuert. Beide Teile innen papierbedingt etwas gebräunt und fleckig, teilweise stärker. Wenige Seiten mit Defekten. Paginierung im zweiten Teil springt. Der Einband ist verblichen, fleckig und bestoßen. Vorderdeckel randig. Seltene Ausgabe.                450,00

 

 811. Stamma, Philippe. Essai sur le jeu des échecs; Où l'on donne quelques Règles pour le bien jouer, & remporter l'avantage par des coups fins & subtils, que l'on peut appeller les Secrets de ce Jeu. Par ... Natif d'Alep en Syrie. Paris, P. Emery, 1737. 12°. Mit 1 in die Seitenzählung einbezogenen, gefalteten Diagrammtafel. 146 Seiten, 2 Bll. "Fautes à corriger". Brauner Lederband mit goldverzierten Deckeln und Rücken. (81)

 * Linde - N. 421; van der Linde I, 379. Erste Ausgabe. Philipp Stamma (um 1705 - um 1755) war ein bekannter syrischer Schachmeister des 18. Jahrhunderts. 1737 erschien die Erstausgabe in Paris mit seiner Sammlung von 100 Endspielstudien, die danach in vielen weiteren Auflagen und Übersetzungen verbreitet wurden. Sein größtes Verdienst ist die Erfindung einer Kurznotation, die auch heute noch in leicht verbesserter Form angewendet wird. "For the first time it was possible to place the move and its reply on a single line, and to introduce order and ease of reference for the unattractive record of older works" (Murray, S. 848). Vergl. zu Stamma und den verschiedenen Ausgaben umfassend van der Linde I, 377 ff. "S. 141 steht eine curiose Approbation" von Molières. Auf Seite 146 ist ein handschriftlicher zweizeiliger arabischer Kurztext, der nach van der Linde II, 379 von Stamma stammen soll: "Ganz am Schluß hat Stamma, wenigstens in alle Exemplare, die ich gesehen habe, zwei Zeilen arabisch eingeschrieben: "Dies Buch wurde in Paris unter dem Namen des Philipp Stamma gedruckt." Zustand: Name auf Vorsatz. Innen gebräunt, teilweise stärker; etwas fleckig und mit wenigen handschriftlichen Notizen. Wenige Seiten mit kleinen Defekten. Tafel falsch eingebunden, mit zwei reparierten Defekten. Etikett auf letztem Vorsatz. Der dekorative Einband ist beschabt, etwas bestoßen und hat kleine Defekte. Seltenes Sammlerstück in einem schönen Einband.                450,00

 
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