Schachraritäten aus alter Zeit

 

 

 750. Académie Universelle des Jeux; contenant les règles des jeux des cartes permis: celles du Billard, du Mail, du Trictrac, du Revertier, & &. Avec des instructions faciles pour apprendre à les bien jouer. Nouvelle édition. Augmentée du Jeu des Echecs, par Philidor; du jeu de Whist, par Edmond Hoyle, traduit de l'Anglois; du jeu de Tre - sette; du jeu de domino, & & Tome troisième. Amsterdam, Changuion & van Harrevelt, 1786. 8°. Mit 2 gefalteten Kupfern (Trictrac & Echecs). Vortitel + Titel, 330 Seiten, 1 Bl. "Table de jeux". Brauner Kalblederband mit verblasster Rückenvergoldung. (63)
* Van der Linde I, 392; Linde - N. 3438. Der Beitrag über das Schachspiel ist auf den Seiten 3202 - 330. Zustand: Blindprägestempel auf Vortitel. Innen etwas gebräunt und wenig fleckig. Der Einband ist etwas bestoßen. Der Rücken ist defekt.            60,00


 

 751. Allgaier, Johann. Neue theoretisch - practische Anweisung zum Schachspiele. Nach eigenen Erfahrungen und Grundsätzen systematisch entwickelt und durch zahlreiche tabellarisch - geordnete Musterspiele erläutert. Sechste, mit 120 Spieleröffnungen und den neuesten Spielarten vermehrte, neu durchgesehene und von allen Druckfehlern gereinigte Auflage. Hrsg. von C. de Santo Vito. Wien, Haas, 1834. 8°. Mit 1 Frontispiz und 9 gefalteten Kupfertafeln. VIII, 222 Seiten, 1 Bl. Anzeigen. Illustrierter Pappband des 19. Jahrhunderts. (Als aufgeschnittene Broschur gebunden) (33)
* Linde - N. 568; v. d. Linde II, 421 f. Schmid, S. 102 ff. Johann Allgaier (1763 - 1823) war deutscher Meister und Theoretiker; man nannte ihn auch "le Philidor d'Allemagne". Erfolgreiches u. häufig aufgelegtes Werk. Zustand: Privater Stempel auf Titel. Innen etwas gebräunt, fleckig und oben randig. Einband stark angestaubt, bestoßen und mit Defekten.            80,00


 

 752. Calvi, Ignazio. Cours d'Echecs. Band 1 und 3 - 6 in 5 Bänden gebunden. Private handschriftliche Abschrift aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 8°. Mit 194 montierten Diagrammen. Rote Halblederbände des 19. Jahrhunderts mit reicher Rückenvergoldung. (59)
* Handschriftliche Abschrift von Ignazio Calvi's Beitrag "Cours d'Echecs", der in der Mitte der 1840er Jahre in der Zeitschrift "Le Palamède" erschienen war. Die Handschrift ist von einem unbekannten Schreiber erstellt worden (sie ist nicht von Calvi geschrieben worden). Die Figurenstellungen sind handschriftlich auf Diagrammvordrucke eingetragen. Ignazio Calvi (1797 - 1872) musste nach seiner Teilnahme am Aufstand in Modena nach Paris auswandern, wo er im Café de la Régence als starker Meister anerkannt wurde. Er verfasste viele Schachartikel für die Zeitschrift "Le Palamède". Zustand: Innen gebräunt und wenig fleckig. Die Einbände sind etwas angestaubt, bestoßen, wenig fleckig und teilweise verblichen.
Interessantes Sammlerstück.            300,00


 

 753. Cessolis, Jacobus de. Volgarizzamento del libro de'costumi e degli offizii de'nobili sopra il giuoco degli scacchi ... Tratto nuovamente da un codice Magliabechiano. Mailand, Ferrario, 1829. Gr. - 8°. Mit einem großen Titelholzschnitt und 13 montierten Textholzschnitten. XX, 162 Seiten, 1 Bl. Neuer roter Lederband mit schwarzem Rückenschildchen. (63)
* Linde - N. 4244; v. d. Linde, Beilagen 123; Chicco / Sanvito, Lineamenti ..., 181.
Doublette aus der Schachbuchsammlung Lothar Schmid. Interessante Schrift, die auf dem um 1300 entstandenen "Liber de moribus hominum et de officiis nobilium ac popularium super ludo saccorum" beruht, das der lombardische Dominikaner Jacobus de Cessolis auf Bitten seiner Klosterbrüder geschrieben hat. Es ist eine aus Predigten erwachsene allegorische Deutung des Schachspiels in vier Hauptteilen. Zuerst wird der Ursprung des Spiels beschrieben, dann die Schachfiguren in bezug auf die edlen Stände und die Handwerke und Berufe wie Schmied, Maurer, Schneider, Apotheker, Notar etc. Abschließend dann die Sitten und Pflichten. Ein ausführlicher Index beschließt die Ausgabe. Diese "Ständedidaxe" erreichte über viele Zeiten ein breites Publikum. Die auf leicht getöntem Papier gedruckten und sehr ansprechenden und dekorativen Holzschnitte sind nach der Florentiner Inkunabelausgabe von 1493 geschaffen worden. Zustand: Vorsätze erneuert. Innen leicht gebräunt, vereinzelt fleckig und oben teilweise randig. Einband oben und am Rücken etwas verblichen. Wichtige und seltene Ausgabe.            120,00


 

754. (Christie, James) An inquiry into the antient Greek game, supposed to have been invented by Palamedes, antecendent to the siege of Troy; with reasons for believing the same to have been known from remote antiquity in China, and progressively improved into the Chinese, Indian, Persian, and European chess. Also two dissertations: I. On the Athenian Skirophoria, II. On the mystical meaning of the bough and umbrella, in the Skiran rites. London, Bulmer for Becket, 1801. 4°. Mit 3 größeren Vignetten auf den Zwischentiteln, 5 Kupfertafeln (I - IV und 1 nicht numm.), 1 Titelvignette, 3 Textkupfer und 2 Textholzschnitten. (Zum Teil von Henry Tresham) XVI, 169 Seiten. Brauner Lederband des 19. Jahrhunderts mit Rückenschildchen, Linienvergoldung auf den Deckeln und Rückenvergoldung. (63)
* Vergl. van der Linde I, 12, Fußnote 18; Linde - N. 184; Schmid S. 145; Kieler Schachkatalog 831 und 2040. Anonym erschienenes Werk. Nach Schmid und anderen Bibliographen wurden nur 40 Exemplare gedruckt. (Watt. 233; Lowndes I, 411 und Notizen auf dem Innendeckel) Interessante Darstellung zur Geschichte und zum mythologischen Hintergrund der genannten Spiele. Das Thema Schach wird auf den Seiten 53 bis 85 abgehandelt. "In der grauen Vorzeit haben die Skythischen Hirten das Spiel erfunden, im Laufe der Zeit wurde es dem Palamedes überliefert u.s.w." Die reizenden Titelvignetten zeigen Themen aus der Mythologie und Geschichte. Zustand: Titel mit handschriftlichem Vermerk "from the Author" und Bleistiftnotiz. Name auf Innendeckel. Riss zwischen Innendeckel und Vorsatz geklebt. Innen gebräunt, teilweise fleckig und randig. Wenige Seiten mit kleinen Randdefekten. Einband bestoßen, etwas angestaubt und mit restaurierten Defekten. Sehr seltene Ausgabe.            450,00


 

 755. Cozio. Positions from Cozio. Private Ausgabe mit 172 Problemdiagrammen (ohne Lösungen) mit eingemalten Figurenpositionen auf Diagrammvordrucken und handschriftlicher Problemstellung. Vermutlich nach dem 2. Band von Carlo Cozio's, "Il giuoco degli scacchi ..." Ohne Ort, aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 16°. Titel, 2 Bll. mit handschriftlicher Erklärung und 172 Diagramme mit eingemalten Figuren in Rot und Schwarz auf Tafeln. Neuer schwarzer Leinenband mit goldgeprägtem Titeldruck auf Rücken. (81)
* Der italienische Graf Carlo Cozio (um 1715 - um 1780) war als Schachschriftsteller und -spieler tätig. Bei seinem Werk hält sich Lob und Kritik in der Literatur die Waage. Zustand: Vorsätze neu. Innen etwas gebräunt und vereinzelt fleckig. Stempel auf letztem Vorsatz und Buchschnitt.            90,00


 

 756. Geschichte der königlichen Akademie der schönen Wissenschaften zu Paris, darinnen zugleich unzählige Abhandlungen aus allen freyen Künsten, gelehrten Sprachen, und Alterthümern, enthalten sind. Aus dem Französischen übersetzt von Luisen Adelgunden Victor. Gottschedinn. Dritter Theil. Leipzig, Johann Paul Krauß, 1750. 8°. Mit 1 Frontispiz, 2 (von 4) gefaltete Kupfertafeln und wenige Holzschnittvignetten im Text. 3 Bll. (inkl. Titel), 576 Seiten. Brauner Lederband mit Rückenschildchen. (63)
* Goedeke III, 362, 15. Vom Vorbesitzer wurde der Band wegen des Beitrages "Herrn Frerets Abhandlung, vom Ursprunge des Schachspiels 1719. den 24 Julii, in Gegenwart des Königes von Frankreich abgelesen" auf den Seiten 163 - 174 in seine Bibliothek eingestellt. Der Beitrag stammt von Nicolas Fréret (1688 - 1749). Dieser französische Historiker, Wissenschaftler und Akademiesekretär befasste sich besonders mit der antiken Mythologie und Geschichte der Griechen, Germanen und Kelten aber der Inder und Chinesen. Er hielt 1719 eine berühmte Rede vor der Pariser Akademie der Wissenschaften und Künste über den Ursprung des Schachspiels. Zustand: Reste eines Etiketts auf Innendeckel. Privater Blindprägestempel auf Vorsatz. Notizen von alter Hand auf Titel. Innen gebräunt und vereinzelt fleckig, teilweise stärker. Einband etwas bestoßen und mit Defekten.     
      90,00


 

 757. Greco, Giachino. Le jeu des échecs, traduit de l'italien ... Nouvelle édition. Paris, Libraires Associés, 1774. Kl. - 8°. 4 Bll., XII, 244 Seiten. Neuer brauner Kunstlederband. (63)
* Linde - N. 409; van der Linde I, 366. Greco war der stärkste Schachmeister des 17. Jahrhunderts, ca. 1600 in Kalabrien geboren und 1634 auf den Antillen verstorben. Er erfand "herrliche" Spielkombinationen, die auch heute noch bekannt sind. (Grecos Opfer - Grecos Matt) Die Ausgabe enthält eine Darstellung von Schachspielen in 94 Kapiteln, vorangestellt ist eine Dedikation und eine Information über die Regeln. Zustand: Exlibris auf Innendeckel. Vorsätze neu. Innen etwas gebräunt und wenig fleckig, teilweise stärker. 2 Seiten falsch paginiert. Wenige Seiten mit Defekten. Als aufgeschnittene Broschur gebunden. Seltene Ausgabe.            150,00


 

 758. [Heinse, J. J. W.] Anastasia und das Schachspiel. Briefe aus Italien, vom Verfasser des Ardinghello. 2 Bände in einem gebunden. 2. unveränderte Auflage. Frankfurt / M., Boselli, 1815. 8°. Mit 2 gestochenen Titeln. VIII, 231, 279 Seiten (1 Bl. Anzeigen fehlt). Marmorierter Pappband mit Rückenschildchen. (63)
* Linde - N. 4405; van der Linde I, 373; Schmid, S. 192. Wilhelm Heinse (1746 - 1803) war deutscher Dichter des "Sturm und Drang". In dem vorliegenden Schachroman erzählt er in Briefform von der schönen Griechin Anastasia und deren Schachkunst. Heinse griff bei seinen bemerkenswerten Ausführungen zum Schach auf die Lehren von Philidor, der Schachschule von Modena und auf das Buch von Lolli zurück. "Heinse hat in diesem seinem Werke einen Auszug aus Lolli's Osservazioni geliefert; dieser enthält jedoch nur die Vertheidigung, einen kleinen Theil der Anfangsspiele, ferner die Kritik des Philidor von Rio, sodann die Einleitung und endlich 33 künstliche Endspiele." (Schmid) Zustand: Innen etwas gebräunt und vereinzelt fleckig. Einband berieben und etwas bestoßen. Seltene Ausgabe.            150,00


 

 759. (Hervey, Lord John.) A letter to the craftsman, on the game of chess. Occasioned by his paper of the fifteenth of this month. London, Peele, 1733. 8°. Mit 1 Holzschnittvignette. 29 Seiten (inkl. Titel). Neuer brauner Halblederband. (63)
* Linde - N. 4688; van der Linde II, 491 f. Doublette aus der Schachbuchsammlung von Lothar Schmid. Mit eigenhändiger Unterschrift und Nummerierung von Tassilo von Heydebrand und der Lasa auf einem Exlibris mit seinem Familienwappen auf Titel verso: "No ... 1894 Lasa". Kleines politisches Pamphlet. "Diese Antwort wurde verfasst von John Lord Hervey und ist datirt aus Slaughter's Coffee - house, Sept. 21. 1733. Genanntes Café wurde 1692 gegründet in Martin's Lane und blieb auf längere Zeit der Versammlungsort der bedeutendsten Schachkräfte der englischen Hauptstadt." (van der Linde) Zustand: Vortitel fehlt, ist als Kopie auf altem Papier eingebunden. Titel verso mit Bleistiftnotizen (von Lasa?) über den fehlenden Vortitel. Innen gebräunt und fleckig. Wenige Seiten mit Defekten. Seltene und schön gebundene Kleinschrift.            180,00


 

 760. Koch, Johann Friedrich Wilh. Sechshundert Schachspielaufgaben für geübtere Spieler, im Druck vollendet von C. F. Koch. Magdeburg, Heinrichshofen, 1834. 8°. 4 Bll., 192 Seiten. Grüner Halbleinenband. (81)
* Linde - N. 2372; van der Linde II, 95 f.; Schmid S. 214. 3. Theil des "Codex der Schachspielkunst, nach den Musterbeispielen und Regeln der größten Meister ..." Seltene Ausgabe des wichtigen Schachbuchs des Magdeburger Superintendenten und Dompredigers J. F. W. Koch (1759 - 1833), das er zusammen mit seinem Sohn herausbrachte und "in welchem sich eine bedeutende Sammlung von künstlichen Endspielen befindet". (Schmid) Zustand: Exlibris von J. Pin y Soler auf Innendeckel. Vorsätze erneuert. Innen papierbedingt gebräunt und stark fleckig. Einband etwas bestoßen und teilweise verblichen. Gesuchte Ausgabe.            240,00


 

 761. Das neue Königliche L'Hombre, auch wie Quadrille, Cinquille, Piquet, Trisett, Taroc &c. nach jetziger Art zu spielen: wobey nebst noch andern Kartenspielen das Billard- Pielkentafel- Schach- und Ball - Spiel, wie auch das Verkehren im Bret, und Trictrac oder Toccategli, samt denen Wörtern, deren man sich bey diesen verschiedenen Spielen gebrauchet, genau beschrieben und sorgfältig erkläret werden. Neue verbesserte und vermehrte Auflage. Hamburg, Herold, 1770. 8°. Mit 3 Textabbildungen. VIII, 360 Seiten. Pappband. (63)
* Linde - N. 3478; Kieler Schachkatalog 2146. Diese erstmals 1715 erschienene, beliebte Sammlung mit Darstellungen verschiedener Spiele erlebte bis 1846 insgesamt 18 Auflagen. Die Darstellung über das Schachspiel steht in der vorliegenden Ausgabe auf den S. 251 - 262. Zustand: Exlibris auf Innendeckel. Name auf Vorsatz und Titel. Innen gebräunt und stärker fleckig. Einband angestaubt und bestoßen, an den Ecken und Kanten mit Defekten.     
      90,00


 

 762. Lolli, Giambatista. Osservazioni teorico - pratiche sopra il giuoco degli scacchi ossia Il giuoco degli scacchi esposto nel suo miglior lume da ... Opera novissima ... Bologna, d'Aquino, 1763. 4°. Mit wenigen Holzschnittvignetten im Text. Titel, 1 Bl., 632 Seiten. Brauner Halblederband. (63)
* Van der Linde I, 372; Linde - N. 522; Kieler Schachkat. 2878; Schmid 229 ff. Erste Ausgabe des klassischen Hauptwerkes von Lolli, das Endspiele, Eröffnungen und Partien der damaligen Zeit enthält. Es zeichnet sich durch seine besondere Genauigkeit aus und zählt zu den "drei großen Modenesen". Zustand: Name auf Vorsatz. Innen etwas gebräunt und stärker fleckig. Der Einband ist stark berieben und bestoßen. Rücken unter Verwendung alten Materials erneuert. Seltene und gesuchte Ausgabe in größerem Format.     
      450,00


 

 763. Manuskript. Schachpartien. Chess by Capt. Bertin, Mr. Stamma, The Calabrois and others. Kalligraphisch schön ausgeführte handschriftliche Abschrift von Schachpartien und Partiestellungen aus den Werken verschiedener Schachautoren. Manuskript aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 8°. 7 Bll., 120, 34, 82 Seiten, 3 Bll., 17 Bll. weiß. Neuer schwarzer Leinenband. (81)
* Laut Notiz des Vorbesitzers auf dem Vorsatz stammt das Buch aus der Bibliothek des Schachbuchsammlers des 19. Jahrhunderts J. W. Rimington Wilson. Die Ausgabe beginnt mit einer kurzen Einführung. Es folgen die Notationen von Partien und Partiestellungen in folgenden Abschnitten: The Calabrois; The Noble Games of Chess by Capt. Bertin; Parts of Games by Mr. Stamma. Die Handschrift ist kalligraphisch schön ausgeführt und jede Seite ist mit einem Rahmen aus zwei Doppelstrichen versehen. Zustand: Innen gebräunt und wenig fleckig. Wenige Seiten mit Defekten. Vorsätze mit wenigen Nummernstempeln. Einband an den Ecken bestoßen. Seltenes schachhistorisches Dokument.     
      450,00


 

 764. Mauvillon. Positions by Mauvillon. Private Ausgabe mit 200 Problemdiagrammen (ohne Lösungen) mit eingestempelten Figurenpositionen auf Diagrammvordrucken und handschriftlicher Problemstellung. Vermutlich nach Friedrich Wilhelm von Mauvillons "Belehrende Unterhaltung für junge angehende Schachspieler, bestehend in hundert ausgesuchten Stellungen ..., Essen 1831 - 1833". 2 Bde. Ohne Ort, aus der 2. Hälfte des 19. Jhrdts. 16°. Mit 200 Diagrammen auf Tafeln. Neue schwarze Leinenbde. mit goldgeprägtem Titeldruck auf Rücken. (81)
* Vergl. Linde - N. 2166; van der Linde II, 95. Friedrich Wilhelm von Mauvillon (1774 - 1851) war königlich preußischer Oberst und ein Schüler des holländischen Schachmeisters Elias Stein. Seine schriftstellerische Tätigkeit umfasst meist militärische Werke und Schachbücher. Zustand: Vorsätze erneuert. Innen etwas gebräunt. Stempel auf letztem Blatt, letztem Vorsatz und Buchschnitt.            150,00


 

 765. Netto, (Friedrich August Wilhelm) Schathrandsch oder das Schachspiel unter Zweien, und dessen Geheimnisse; ferner das Courierspiel, Rundschach des Tamerlan und das Kriegesspiel. Aus den ältesten und seltensten literarischen Quellen, nach dessen Benennung, Erfindung, Einrichtung, Verbreitung, Spielart, seinen Regeln und Musterspiele für die Selbstunterweisung systematisch bearbeitet. Berlin, Pauli, 1827. Mit 1 Titelkupfer, 1 Textabbildung und 2 Diagrammen. VI, 211 Seiten, 1 Bl. Anzeigen. Brauner Halblederband des 19. Jahrhunderts. (63)
* Linde - N. 4858; Kieler Schachkat. 1809; Schmid S. 257. Titelbeginn in Sanskritschrift. Zustand: Innen papierbedingt gebräunt und etwas fleckig. Alter Kaufvermerk auf Innenspiegel. Name und Stempel auf Titel. Im Text wenige Notizen. Der Einband ist stärker berieben und bestoßen, mit Schabstellen und defektem Rückenschild. Seltene und gesuchte Ausgabe.     
      90,00


 

766. Philidor, A. D. (François André Danican) L'Analyze des Echecs: Contenant Une Nouvelle Méthode Pour apprendre un peu de Tems à se Perfectioner dans ce Noble Jeu ... London, 1749. 8°. Mit 1 Titel-, Text- (nach Subskribentenliste) und Schlussvignette. XXI, 170 Seiten. Brauner Halblederband mit neuem Rücken. (63)
* Van der Linde I, 391. Doublette aus der Schachbuchsammlung Lothar Schmid. Erster Druck der ersten Ausgabe. Zu identifizieren nach den Vignetten und verschiedenen unterschiedlichen Schreibweisen einzelner Worte, der Seitenzahl und der bei dieser Ausgabe enthaltenen Liste der 127 Subskribenten. Mit eigenhändiger Unterschrift von Tassilo von Heydebrand und der Lasa auf einem Exlibris mit seinem Familienwappen: "... 1884 Lasa". Philidor (1726 - 1795) war der größte Meister des 18. Jahrhunderts und stärkster Spieler der Welt nach seinen Wettkampfsiegen gegen Stamma. Sein Buch enthält seine Schachstrategie mit der er seinen Zeitgenossen weit voraus war. Er verfasste sie mit 22 Jahren und ließ sie dann in London drucken. Sein Satz "Die Bauern sind die Seele des Schachspiels ..." wurde zur Legende. Von Beruf war er eigentlich Musiker und Opernkomponist. Die Inhalte sind auch heute noch von großer Bedeutung, es war eben ein bahnbrechendes Werk. "Mit der Erläuterung seiner Grundsätze in seinem Buch "L'Analyse du Jeu des Echecs" legte Philidor den Grundstein des modernen Schachs. Er führte das Schachspiel aus den engen Grenzen Euklidscher Beobachtung heraus in den grenzenlosen Bereich Cartesianischen Denkens". (Max Euwe) Aus der Liste der Subskribenten ergeben sich auch Vorbestellzahlen. Die Herzogin von Cumberland hatte 50 Exemplare geordert! Zustand: Stempel mit Wappen von Heydebrand und der Lasa auf Titel. Innen gebräunt, stärker fleckig und mit wenigen handschriftlichen Notizen. Wenige Seiten randig. Der Einband ist etwas bestoßen und beschabt. Bekanntes und gesuchtes Werk.     
      450,00


 

 767. Philidor, A. D. (François André Danican) L'Analyze des Echecs: Contenant Une Nouvelle Methode Pour apprendre en peu de tems à se Perfectioner dans ce Noble Jeu ... London, 1749. 8°. Mit 1 Titel- und 1 Schlussvignette. XIV, 162 Seiten. Neuer Pappband mit Titelschild auf Vorderdeckel. (63)
* Van der Linde I, 391. Nachdruck im Jahr der ersten Ausgabe. (Vergl. van der Linde) Zu identifizieren nach den Vignetten (Titelvignette mit zwei nach Früchten pickenden Vögeln und Schlussvignette mit einem Topf mit Blumen) und verschiedenen unterschiedlichen Schreibweisen einzelner Worte, der Seitenzahl und der bei dieser Ausgabe natürlich nicht enthaltenen Liste der Subskribenten. Ein zeitgenössischer Nachdruck, der die große Nachfrage nach diesem Werk verdeutlicht, die bereits kurz nach dem Erscheinen einsetzte. Philidor (1726 - 1795) war der größte Meister des 18. Jahrhunderts und stärkster Spieler der Welt nach seinen Wettkampfsiegen gegen Stamma. Sein Buch enthält seine Erkenntnisse über die Schachstrategie, mit der er seinen Zeitgenossen weit voraus war. Er verfasste sie mit 22 Jahren und ließ sie dann in London drucken. Sein Satz "Die Bauern sind die Seele des Schachspiels ..." wurde zur Legende. Von Beruf war er eigentlich Musiker und Opernkomponist. Die Inhalte sind auch heute noch von großer Bedeutung, es war eben ein bahnbrechendes Werk. "Mit der Erläuterung seiner Grundsätze in seinem Buch "L'Analyse du Jeu des Echecs" legte Philidor den Grundstein des modernen Schachs. Er führte das Schachspiel aus den engen Grenzen Euklidscher Beobachtung heraus in den grenzenlosen Bereich Cartesianischen Denkens". (Max Euwe) Zustand: Name auf Innendeckel. Vorsätze erneuert. Innen gebräunt, wenig fleckig und teilweise randig. Buchblock ringsum knapp beschnitten. Einband etwas angestaubt, Rücken verblichen. Bekanntes und gesuchtes Werk in einer frühen Ausgabe.            380,00


 

768. Philidor, A. D. (André Danican) Die Kunst im Schachspiel ein Meister zu werden. das ist: Ein neuer Unterricht, wie man in kurzem dieses so edle und beliebte Spiel nach seiner Vollkommenheit erlernen könne. gewiesen Nach den neuesten Mustern des berühmten und itztlebenden großen Schachspiel - Meisters in England ... und Des Arabers Philipp Stamma ... entdeckte Schachspiel - Geheimnisse, nebst einigen Regeln, dieses Spiel wohl zu vollziehen, und den Sieg durch feine und subtile Züge davon zu tragen. 2 Teile in einem Band. Straßburg, König, 1754. Kl. - 8°. Mit 1 gefalteten Tafel. 12 Bll. (inkl. Titel u. Titel von Teil 2), 351 Seiten, letzte (unnum.) Seite Errata. Brauner Halblederband. (63)
* Linde - N. 476; van der Linde I, 395. Erste deutsche Ausgabe. "Mit der Erläuterung seiner Grundsätze in seinem Buch "L'Analyse du Jeu des Echecs" legte Philidor den Grundstein des modernen Schachs. Er führte das Schachspiel aus den engen Grenzen Euklidscher Beobachtung heraus in den grenzenlosen Bereich Cartesianischen Denkens". (Max Euwe) Philidor war der stärkste Schachmeister des 18. Jahrhunderts, er war Musiker und Schachmeister gleichermaßen. So erschien diese erste deutsche Ausgabe in Straßburg im gleichen Jahr, als in London seine Hymn to Harmony uraufgeführt wurde. Zustand: Vorsatz fehlt. Ein Titelblatt etwas lose. Name auf Titel. Innen stärker gebräunt, etwas fleckig und etwas knapp beschnitten. Die Seiten 338 / 337 und 351 sind falsch eingebunden. Einband berieben und etwas bestoßen. Seltene Ausgabe.            300,00


 

 769. Philidor, A. D. (André Danican) Die Kunst im Schachspiel ein Meister zu werden. Das ist: Ein neuer Unterricht, wie man in kurzem dieses so edle und beliebte Spiel nach seiner Vollkommenheit erlernen könne. Gewiesen nach den neuesten Mustern des berühmten und itztlebenden großen Schachspiel - Meisters in England ... und Des Arabers Philipp Stamma ... entdeckte Schachspiel - Geheimnisse, nebst einigen Regeln, dieses Spiel wohl zu vollziehen, und den Sieg durch feine und subtile Züge davon zu tragen. 2 Teile in einem Band. [2. Auflage] Straßburg, König, 1764. Kl. - 8°. Mit 1 gefalteten Tafel. 12 Bll. (inkl. Titel u. Titel von Teil 2), 352 Seiten. Neuer brauner Lederband. (63)
* Linde - N. 477; van der Linde I, 396. Doublette aus der Schachbuchsammlung Lothar Schmid. "Mit der Erläuterung seiner Grundsätze in seinem Buch "L'Analyse du Jeu des Echecs" legte Philidor den Grundstein des modernen Schachs. Er führte das Schachspiel aus den engen Grenzen Euklidscher Beobachtung heraus in den grenzenlosen Bereich Cartesianischen Denkens". (Max Euwe) Philidor war der stärkste Schachmeister des 18. Jahrhunderts, er war Musiker und Schachmeister gleichermaßen. So erschien diese erste deutsche Ausgabe in Straßburg im gleichen Jahr, als in London seine Hymn to Harmony uraufgeführt wurde. Zustand: Vorsätze erneuert. Innen papierbedingt gebräunt und fleckig, teilweise stärker. Einband angestaubt. Seltene und schön gebundene Ausgabe.     
      240,00


 

 770. Philidor, André Danican. Praktische Anweisung zum Schachspiel. Aus dem Französischen. 2 Teile in einem Band. 2. verbesserte Auflage. Gotha, Ettinger, 1797. 8°. Mit 1 Porträt. 4 Bll. (inkl. Titel), 182; 156 Seiten (inkl. Regeln des Spiels), 2 Bll. weiß. Schlichter älterer Pappband mit handschriftlichem Rückentitel. (63)
* Linde - N. 479; v. d. Linde I, S. 398; Chicco / Porreca, S. 395 mit dem Hinweis auf die ursprüngliche französische Ausgabe von 1749 und 1777, die häufige Bearbeitungen und Neuauflagen erfuhr. Seltene deutsche Ausgabe. Philidor war der stärkste Spieler seiner Zeit und unter seinem Einfluss entwickelten sich Paris und London zu Zentren des Schachspiels. Er selbst war auch Musiker und komponierte komische Opern. Das Frontispiz zeigt sein Porträt. Zustand: Name auf Vorsatz und Titel. Innen papierbedingt gebräunt und fleckig. Der schlichte Pappband ist etwas bestoßen, angestaubt und fleckig. Wichtige und gesuchte Ausgabe.     
      180,00


 

 771. Philidor. (Favart, Charles Simon) L'Amant Déguise ou le jardinier supposé, Comédie en un acte, mêlée d'ariettes; Représentée pour la première fois par les Comédiens Italiens ordinaires du Roi, le Samedi 2 Septembre 1769. La Musique est de M. Philidor. Paris, Venve Duchesne, 1769. 8°. Mit wenigen Holzschnittvignetten und 1 Notenbeispiel im Text. IV, 48 Seiten. Neuer marmorierter Pappband mit aufgeklebtem orig. Vorderumschlag. (63)
* Die Musik zu der Oper wurde von André Danican Philidor (1726 - 1795) geschrieben, der auch als größter Schachmeister seiner Zeit und Schachschriftsteller berühmt war. Der Text stammt von Charles Simon Favart (1710 - 1792), der als Schauspieler und Verfasser von Theaterstücken tätig war. Zustand: Vorsätze erneuert. Innen etwas gebräunt, teilweise stärker und vereinzelt fleckig.     
      40,00


 

772. (Pratt, Peter.) Studies of chess; containing Caïssa, a poem, by Sir William Jones; A systematic introduction to the game; and the whole analysis of chess, composed by A. D. Philidor. With original critical remarks. 2 Bände. London, Bagster, 1803. 8°. Mit 1 Frontispiz. IX,  271; IV, 267 Seiten, (1 Bl. Inhaltsverzeichnis zu Band 1 und 2 Bll. Anzeigen fehlen). Neue braune goldverzierte Lederbände. (63)
* Linde - N. 599; van der Linde I, 405 (mit vertauschter Seitenangabe); Schmid, S. 279. Seltene englische Ausgabe.
Der 1. Band hat auf S. 21 - 122 "A systematic introduction to the game of chess". Ab S. 123 im 1. Band und im 2. Band ist Philidors "Analysis of chess" enthalten. "Diese Ausgabe ist wirklich ein neuer Satz" (v. d. Linde). Philidor (1726 - 1795) war der größte Meister des 18. Jahrhunderts. Bereits 1749 erschien "L'Analyse du jeu des Echecs", sein Buch, in dem er seine Erkenntnisse über die Schachstrategie veröffentlichte und das mehrfach herausgegeben und übersetzt wurde. Zustand: Vorsätze erneuert. Innen gebräunt und etwas fleckig, teilweise stärker. Seite 203 / 204 mit Eckabriss.            120,00


 

 773. (Pratt, Peter) Studies of chess; containing Caïssa, a poem, by Sir William Jones; A systematic introduction to the game; and the whole analysis of chess by A. D. Philidor: With original critical remarks. A new edition. 2 Bände. London, Bagster, 1805. 8°. Mit 1 Frontispiz. X, 264; IV, 272 Seiten, 1 Bl. weiß. Braune goldverzierte Lederbände mit Blindprägungen auf den Deckeln. (63)
* Linde - N. 601; v. d. Linde I, 406. Seltene englische Ausgabe. Titeldruck der Ausgabe von 1804.
Der 1. Band hat auf S. 21 - 122 "A systematic introduction to the game of chess". Ab S. 113 im 1. Band und im 2. Band ist Philidors "Analysis of chess" enthalten. "Diese Ausgabe ist wirklich ein neuer Satz" (v. d. Linde). Philidor (1726 - 1795) war der größte Meister des 18. Jahrhunderts. Bereits 1749 erschien "L'Analyse du jeu des Echecs", sein Buch, in dem er seine Erkenntnisse über die Schachstrategie veröffentlichte und das mehrfach herausgegeben und übersetzt wurde. Zustand: Widmung auf Vorsatz des ersten Bandes. Innen etwas gebräunt, teilweise stärker und wenig fleckig. Jeweils Name auf Seite 100. Die Einbände sind etwas bestoßen. Dekorativ gebundene Ausgabe.            90,00


 

 774. Salvio, Alessandro. Il giuoco degli scacchi ... diviso in IV. libri, ed in questa ristampa accresciuto di alcuni giuochi dello stesso autore ... aggiunta in fine di un modo facile, per intendere il giuoco degli scacchi ... Neapel, Mosca, 1723, a spese di Bernardino Gessari. 8°. 4 Bll., 160 Seiten. Pergamentband der Zeit. (63)
* Van der Linde I, 370; Linde - N. 385; Kieler Schachkatalog 1136. Gegenüber der Ausgabe von 1634 vermehrt. Der starke italienische Schachspieler Alessandro Salvio (um 1570 - um 1640) beschreibt in seinem Schachbuch die Veränderungen des Königsgambits und des Giuochi piani. Seite 1 - 16 bildet ein discorso sopra la nobilità, Seite 17 - 48 enthalten den Schachroman Il Puttino, dessen Held Gio. Leonardo da Cutri ist. Seite 36 - 42 ist ein Gedicht über das Schachspiel enthalten. Im dritten Buch "Apologia contra il Carrera" antwortet Salvio auf Carreras Bemerkungen gegen seine Verse. Die neue Ausgabe vom Trattato aus dem Jahr 1604 bildet hier das vierte Buch des Puttino. Die beiden Teile benennen viele berühmte Schachspieler und Schachschriftsteller. Die vorliegende Ausgabe ist vermehrt mit einem "Modo facile per intendere il Vago e Dilettevole Giuoco degli scacchi". Zustand: Innen papierbedingt gebräunt und fleckig, teilweise stark und teilweise randig. Vorsatzblätter und Innenspiegel mit Defekten. Einband angestaubt, fleckig und kleinen Fehlstellen. Rücken oben defekt. Sehr seltene Ausgabe.
            450,00


 

775. Selenus, Gustavus. (Kryptonym für Herzog August d. J. von Braunschweig und Lüneburg) Das Schach = oder König = Spiel. Von Gustavo Seleno, In vier unterschiedene Bücher / mit besonderm fleiß / gründ = und ordentlich abgefasset. Auch mit dienlichen Kupfer = Stichen / gezieret: Desgleichen vorhin nicht außgangen. Diesem ist zu ende / angefüget / ein sehr altes Spiel / genandt / Rythmo - Machia. Titelausgabe [= Zweite Auflage] der ersten Ausgabe Leipzig 1617. Druckvermerk unter großer verzierter Druckermarke: Leipzig / Gedruckt durch Lorentz Kober. Bey Henning Groß den Jüngern / zu finden. Im Jahr 1616. 4°. Kollation: 5 gestochene figürliche Zwischentiteln mit Zierbordüren (davon 4 gleiche), 1 Tabelle, 2 Kupfertafeln, viele Textkupfer, Vignetten und Zierstücke sowie 28 in die Seitenzählung einbezogene blattgroße Kupfertafeln und einer Druckermarke (1 doppelblattgroße Kupfertafel fehlt). Vortitel, prachtvoll verzierter Kupfertitel, 10 unn. Bll., 495 Seiten. Angebunden: Derselbe. Cryptomenytices et cryptographiae Libri IX. In quibus & planissima steganographiae à Johanne Trithemio ... conscriptae ...Lüneburg, Stern, 1624. Mit 3 ganzseitigen Textkupfern von L. und W. Kilian, 1 gefaltete Tabelle, 1 Druckermarke, viele Noten, Kryptogramme und Illustrationen im Text. Titel mit prachtvoll gestochener Titelbordüre, 16 (statt 17) Bll., 2 Bll. Errata, 493 Seiten.

Pergamentband. (63)
* Ad I: Van der Linde I, 349 ff; Brunet V, 270; Ebert 20818; Graesse VI, 344. Titelausgabe [= Zweite Auflage] der ersten Ausgabe (Van der Linde S. 351 mit den Merkmalen), die auf Seite 496 um ein Druckfehlerverzeichnis vermehrt ist. Erste wissenschaftliche Publikation des Herzogs. Das umfangreiche Werk war nach gründlichen Literaturrecherchen entstanden und ist die erste umfangreiche Darstellung zum Thema in deutscher Sprache. Besonders die Ausgabe von Ruy Lopez de Sigura, Libro de la invención liberal y arte del juego del Axedrez ..., Alcala 1561, war Grundlage der Darstellung. Der Herzog hatte das Schachbuch auch auf eigene Kosten drucken lassen. Er kümmerte sich um den Vertrieb und verschenkte einen Teil der Auflage an Fürsten und Herzöge. Ausführliche Hinweise finden sich im Katalog der Herzog August Ausstellung der Bibliothek in Wolfenbüttel 1979, Seite 173 ff. Das Titelblatt war nach genauen Angaben des Herzogs von Kilian 1616 entworfen worden und beinhaltet Legenden um Palamedes, der im Trojanischen Krieg das Schach- und auch das Würfelspiel erfunden haben soll. Auf dem Titelblatt ist statt Palamedes der Herzog beim Schachspiel abgebildet, in einem unteren Bild vertritt er Columbus mit dem Ei. (Ausführliche Darstellungen finden sich im Beitrag von Marion Faber im oben zitierten Katalog und im Katalog "Spielerische Seiten") Ad II: Vergl.
VD17 23:285820R, Faber du Faur 1245. Einzige Ausgabe. Die Ausgabe enthält interessante Darstellungen über Geheimschriften, die auf der unvollendeten "Steganographia" von Trithemius basieren. So sind Schlüssel für eine Vielzahl von Chiffren enthalten. Die prachtvolle Titelbordüre mit den etwas rätselhaften Darstellungen spielten bei den Baconisten eine wichtige Rolle in der Shakespeare - Bacon - Kontroverse. Unsere Ausgabe hat nach der ersten Lage 2 Bll. Errata, die sonst nicht erwähnt wurden. Die Seiten 53 - 64 sind falsch eingebunden. Zustand für beide Teile: Innen stärker gebräunt und wenig fleckig, teilweise mit Wurmspuren. Wenige Seiten mit Defekten. Einband bestoßen, stark angestaubt und mit Defekten. Wichtige und gesuchte Ausgabe.            1.500,00


 

776. Smalkalden, G. J. Kunstzetten van het schaakspel, of verzameling van hagchelijke en merkwaardige stellingen of verbazende vraagstucken, opgehelderd door antwoorden ... Coups ingénieux du jeu des échecs, ou recueil de positions critique ... Amsterdam, Diederichs, (1835). Quer-16°. Mit 1 beiliegenden Tafel mit Notationserklärung. XV, 101 S. Orig. Pappband. (71)
* Linde - N. 2373; van der Linde II, 96; Kieler Schachkatalog 7015. Seltene Aufgabensammlung, mit Text in niederländischer und französischer Sprache. Zustand: Innen etwas gebräunt, an den Rändern stärker und vereinzelt fleckig. Einband berieben, wenig bestoßen und teilweise verblichen. Seltene Ausgabe.            80,00


 

 777. Stamma, Philippe. Nouvelle manière de jouer aux échecs selon la méthode du Sr. Philippe Stamma natif d'Alep. Utrecht, Schoonhoven, 1777. Kl. - 8°. Mit gestochenem Titel und 2 Textkupfern als Zierstücke. XXXI, 163 Seiten, 1 Bl. weiß. Pappband mit goldgeprägtem Titeldruck auf Rücken. (63)
* Van der Linde I, 380; Linde - N. 425; Kieler Schachkat. 3243. Mit eigenhändigem Namenszug des englischen Schachbuchsammlers des 19. Jahrhunderts J. W. Rimington Wilson auf Innendeckel. Philipp Stamma war bekannter syrischer Schachmeister des 18. Jahrhunderts. Bereits 1737 gab er eine Sammlung von Endspielstudien heraus. Sein größtes Verdienst ist die Erfindung einer Kurznotation, die auch heute noch in leicht verbesserter Form angewendet wird. Die vorliegende Ausgabe enthält eine Texteinführung über das Schachspiel und seine Regeln, danach Beschreibung von Partien in verschiedenen Fassungen. Zustand: Innen leicht gebräunt und vereinzelt fleckig, letzte Seiten oben randig. Einband angestaubt, Rücken stärker und etwas bestoßen. Rücken mit Defekt.            150,00


 

 778. Stamma. Lewis, William. (Ed.) Stamma on the game of chess; containing numerous openings of games, and one hundred critical situations ... a new and improved edition, notes and remarks. Second Edition. London, Allman, 1819. 8°. Mit 1 Titelvignette und 100 zweifarbig gedruckten Diagrammen. XII, 337 Seiten. Neuer brauner Lederband mit goldgeprägtem Titeldruck auf Rücken. (63)
* Linde - N. 429; Kieler Schachkat.
3247. "... Stamma's treatise appears to be less known than it deserves ... In presenting this edition to the public, the editor has endeavoured to render it more useful and instructive than the preceding editions ..." (Vorwort) Philipp Stammas größtes Verdienst ist bekanntlich die Erfindung einer Kurznotation. Zustand: Vorsätze erneuert. Etikett auf Titel. Innen gebräunt und etwas fleckig. Schön gebundene Ausgabe.            90,00


 

 779. Stein, E(lias). Nouvel essai sur le jeu des échecs. Avec des réflexions militaires relatives à ce jeu. Den Haag, Selbstverlag, 1789. 8°. Mit einigen typographischen Diagrammen. VIII, X, 254 Seiten. Brauner Halblederband. (63)
* Van der Linde I, 415; Linde - N. 547; Schmid 325. Doublette aus der Schachbuchsammlung Lothar Schmid. Insbesondere bei van der Linde finden sich umfangreiche biographische und wertende Hinweise. Elias Stein (1748 - 1812) war ein starker holländischer Meister, Schachlehrer und Autor. "Nach einer der Analysen in diesem Buch wurde die Holländische Verteidigung benannt." (Lindörfer) Stein sorgte im übrigen in Holland für die Aufnahme des Schachspiels. Dort war er als Lehrer der Prinzen von Oranien tätig. Das aufschlussreiche Verzeichnis der 200 Subskribenten ist enthalten. Zustand: Innen papierbedingt gebräunt und vereinzelt fleckig. Einband ist bestoßen und beschabt. Seltene und gesuchte Ausgabe.            150,00


 

 780. Theoretisch - praktischer Unterricht im Schachspiele von einer Gesellschaft von Liebhabern. Aus dem Französischen übersetzt und mit den hundert Spielen des Philipp Stamma vermehrt. [Übersetzt von K. F. Trost] Berlin, Nicolai, 1780. 8°. Titel, 4 Bll. Vorrede, 430 Seiten. Schlichter Pappband des 19. Jahrhunderts mit rotem (etwas defekten) Rückenschildchen. (63)
* Van der Linde I, 414; Linde - N. 542; vergl. Schmid S. 337 und 108 f. Erste Ausgabe. Die französische Erstausgabe datiert aus dem Jahre 1775; sie wurde von einigen Spielern des Café de la Régence mit dem Titel "Traité Théorique et Practique du Jeu des Echecs, par une Société d'Amateurs" in kleinem Format ediert. Der Fachverleger Nicolai hebt in seinem Vorwort hervor, dass eine Menge lehrreicher Anmerkungen für diejenigen enthalten seien, "welche im Schachspiel vollkommen werden wollen". Darauf folgen im ausführlichen Vorwort weitere Kommentierungen zur vorliegenden Ausgabe. "Die in dem Werke befolgte Theorie ist die, damals ausser Italien allgemein angenommenen, und nach dem grossen Meister jener Zeit benannte Theorie des Philidor." (Schmid) Die Seiten 377 - 427 im Anhang enthalten die hundert Spiele des Philipp Stamma. Zustand: Stempelexlibris von Rob. Blass, Blindprägestempel und Kleberest auf Vorsatz. Innen papierbedingt etwas gebräunt und fleckig. Der schlichte Pappband ist bestoßen.
Seltene Ausgabe.            150,00


 

 781. Traité théorique et pratique du jeu des échecs, par une société d'amateurs. Paris, Stoupe, 1775. 8°. Mit 1 Diagramm. XII, 412 Seiten, 2 Bll. Pappband mit handschriftlichem Kurztitel auf Rücken. (63)
* Van der Linde I, 413 / 14; Linde - N. 538; vgl. Schmid 109. Diese Anweisung in französischer Sprache wurde von einigen Spielern verfasst, die zu jener Zeit im Café de la Régence in Paris zusammenkamen und spielten. Darunter so namhafte Spieler wie Carlier, Leger, Bernard und Verdoni. Die Darstellung folgt der Theorie des Philidor. Zustand: Innen etwas gebräunt und fleckig. Die untere, nicht bedruckte Hälfte des letzten Blattes fehlt. Einband bestoßen und etwas angestaubt. Seltene Ausgabe.            90,00


 

 782. Vida, Marcus Hieronymus. Poematum, quae haud plane disjunxit a Fabula .... Edidit Thomas Tristram. 2 Bände. Oxford, Clarendon, 1722 - 1723. 8°. Mit 1 Kupferstich - Frontispiz, 12 Textkupfern und wenigen gestochenen Initialen. 9 Bll. (inkl. Titel), IX, 145 Seiten; 2 Bll., 116 Seiten. Braune Lederbände mit rotem Rückenschildchen, Blindprägung und Linienvergoldung auf den Deckeln und goldverziertem Rücken. (63)
* Linde - N. 4577; vergl. van der Linde II, 262; vergl. Kieler Schachkatalog 8138. Enthalten sind in Band 1: De Arte Poetica, Bucolica, et Epistolam ad J. M. Gibertum.
Band 2: Bombycum, Scacchiam Ludum und Carmina diversi generis. Das Gedicht "Scacchia ludus" handelt vom Schachspiel (hier auf den Seiten 45 - 76) und erfreute sich in Italien zu Beginn des Cinquecento besonderer Beliebtheit. Es schildert mit Mitteln des heroischen Epos die Geschehnisse einer Schachpartie zwischen Apollo und Merkur, erklärt die Figurenaufstellung, Zug- und Schlagweise und Zweck des Spiels. Marco Girolamo Vida (geboren um 1490) war junger Priester und stammte aus Cremona. Seine bedeutendsten Dichtungen dieser Zeit sind neben dem Schachgedicht ein Lehrgedicht über die Seidenraupenzucht und die Ars Poetica. Zum Lohn für seine Dichtkunst und besonders für das Schachgedicht erhielt Vida von Papst Clemens VII. den Episkopat von Alba bei Turin, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1566 wirkte. Das Textkupfer am Beginn des Gedichtes zeigt eine schöne Illustration zu der Schachspielszene der Götter; das Frontispiz zeigt ein Porträt von Vida. Zustand: Buchblöcke gelockert. Innendeckel und Vorsätze mit Leimschatten. Jeweils Name und Blindprägestempel auf Vorsatz. Innen gebräunt und vereinzelt fleckig. Einbände bestoßen und beschabt. Schön gebundene Lederausgabe.            150,00


 

 783. Vida, Marcus Hieronymus. La scaccheide ... Tradotta in versi volgari. Verona, Agostino Carattoni, 1753. 8°. Mit wenigen Holzschnittvignetten im Text. XLVII Seiten. Pergamentband mit Titelschild auf Vorderdeckel. (63)
* Linde - N. 4612; van der Linde II, 265; di Cesare 221; Chicco / Sanvito, Limneamenti 867; Schmid S. 346.
Seltene italienische Ausgabe von Vida's Schachgedicht "Scacchia Ludus"; die Übersetzung erfolgte durch Carlo Pindemonti. Zustand: Innen leicht gebräunt, teilweise randig. Seite XXIII / XXIV mit Defekt. Letztes Bl. falsch paginiert. Einband stärker angestaubt.            80,00


 

 784. Walker, George. (Hrsg.) The Philidorian; a magazine of chess, and other scientific games. Complete in one volume. London, Walker, 1838. 8°. Mit 1 gefalteten Tafel. 256 S. Neuer Pappband. (Als aufgeschnittene Broschur gebunden) (63)
* Linde - N. 11; van der Linde II, 120; Schmid S. 356; Kieler Schachkatalog 519. Doublette aus der Schachbuchsammlung Lothar Schmid. Der Schachschriftsteller George Walker (gest. 1879) war Präsident des Schachclubs in Nottingham und Sekretär des St. Georges Chess Club. "Dieses Buch erschien ursprünglich in einzelnen, für sich abgeschlossenen Lieferungen, in welchen, neben Schachpartien und Endspielen, auch Aufsätze über andere Spiele, namentlich über Whist und Dame, eingemischt sind. Am Ende ... ein ziemlich ausführliches Verzeichniss der Autoren über Schach- und Damenspiel ..." (Schmid) Auf den Seiten 217 - 256 ist eine kleine Bibliographie zur Schachliteratur von G. Walker unter dem Titel "A bibliographical catalogue of printed books, and writers, on chess, up to the present time". Zustand: Exlibris von Albert Parsons Sachs auf Innendeckel. Name auf Vorsatz. Wenige Seiten im Bug sind mit Papierstreifen verstärkt. Innen etwas gebräunt, gering fleckig und mit wenigen Anstreichungen. Einband etwas angestaubt.      
      240,00



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