Schachgraphik
741.
August II. der Jüngere, Herzog von Braunschweig und Lüneburg. (Gründer
der Wolfenbütteler Bibliothek, Schachschriftsteller. 1579 - 1666). Halbporträt
mit umlaufendem Text und stilisierten Rahmen. Kolorierter originaler Kupferstich
von Lukas Kilian, 1630. Bildgröße 12 x 20 cm. Unter Glas gerahmt, im ovalen
Rahmen. (38)
* Schönes Halbporträt des Herzogs, der als Schachschriftsteller den Namen
Gustavus Selenus benutzte. Um die Darstellung herum sind verschiedene Attribute
und Verzierungen abgebildet u. a. ein Schachbrett; darunter ein Gedicht von G.
Remus. - Das Blatt ist knapp beschnitten, papierbedingt gebräunt und mit kleinem
Randdefekt. Der Rahmen hat Schab- und Kratzspuren. € 80,00
742.
Johann Friedrich I. von Sachsen und Ernst IV. von Braunschweig - Grubenhagen.
(Kurfürst Johann Friedrich I. und Herzog Ernst IV. beim Schachspielen).
Originaler Kupferstich von Peter Troschel nach Christian Richter aus Hortleder
"Der Römischen Keyser - Und Königlichen Maiesteten ... Teutschen Kriegs Keyser
Carls ... wider die Schmalkaldische Bundsoberste ..." 1645. Bildgröße 24 x 16,7
cm. Unter Glas gerahmt. (38)
* Die Darstellung zeigt den Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen beim
Schachspiel mit Herzog Ernst IV. vor einem Zelt, während ihm 1547 sein
"allerdings kaum ernstlich gemeintes Todesurteil" überbracht wird. Dennoch
spielt er mit dem Herzog von Braunschweig die Partie weiter. Kurfürst Johann
Friedrich I. der Großmütige (1503 - 1554) stand an der Spitze der Protestanten
und wurde 1547 von kaiserlichen Truppen gefangen genommen. Das Todesurteil wurde
nach Fürbitte einflussreicher Fürsten in eine Gefängnisstrafe umgewandelt, aus
der er nach 5 Jahren freikam. Er verlor die Kurwürde und einen Großteil seiner
Länder. Zustand: Das Blatt ist etwas gebräunt. Der Rahmen hat Schab- und
Kratzspuren. €
240,00
743.
Philidor, François André Danican.
Porträtdarstellung. Originaler Kupferstich von
und nach E. Bartolozzi aus "Analyse du jeu des échecs ...", 1777. Bildgröße 8,5
x 15 cm. Unter Glas gerahmt. (38)
* Kopfporträt von Philidor im runden Medaillon auf einem stilisierten Sockel, in
dem ein Gedicht von Davesne steht. Das Blatt ist leicht gebräunt. Rahmen mit
geringen Schab- und Kratzspuren. € 40,00
744.
Schachspieler. Altkolorierter Holzschnitt vom Petrarca - Meister aus
einer deutschsprachigen Ausgabe des Glücksbuches von Francesco Petrarca,
vermutlich bei Steiner, Augsburg um 1545. Bildgröße 15,5 x 9,7 cm. (38)
* Die Darstellung zeigt eine Veranda mit zwei Tischen im Vordergrund, an denen
zwei vornehm gekleidete Herren eine Partie Schach und zwei weitere Backgammon
spielen. Im Hintergrund spielen zwei Affen Dame. Das Blatt ist etwas gebräunt.
Der Rahmen hat Schab- und Kratzspuren. € 240,00
745.
Türken beim Schachspielen. Originaler Kupferstich aus einer
französischsprachigen Ausgabe von Cornelis de Bruyn "Voyage en Levante ..." um
1720. Bildgröße 15,5 x 14 cm. Ganze Textseite. Unter Glas gerahmt. (38)
* Die Darstellung zeigt sechs Türken, die auf einem flachen und niederen
Diwan sitzen. Zwei der Herren spielen Schach, während die anderen rauchend
dem Spiel zuschauen. Durch die bogenförmigen Fensteröffnungen im Hintergrund
sind Bäume zu sehen. Zustand: Das Blatt ist etwas gebräunt und vereinzelt
fleckig. Der Rahmen hat Schab- und Kratzspuren. € 240,00
746.
Valentinian. (Kaiser Valentinian beim Brettspiel mit Anicius Maximus).
Originaler Kupferstich aus Johann Ludwig Gottfrid "Historische Chronica ..."
1657. Bildgröße 10,7 x 14,3 cm. Ganze Textseite. Unter Glas gerahmt. (38)
* Zum geschichtlichen Hintergrund vergl. Linde - N. II, 322. Die Szene zeigt
Kaiser Valentinian III. (419 - 455) und Anicius Maximus, wie beide ein
Brettspiel an einem Tisch sitzend spielen. "Einem römischen Brettspiel hat
man auch hier das Schach untergelegt." (v. d. Linde) Beobachtet wird das
Spiel von mehreren Soldaten. Durch einen Torbogen am rechten Rand blickt man auf
eine Straße. Das Schachspiel war Teil einer Intrige des Kaisers, mit dem er
die schöne Frau seines Gegners gewinnen wollte. Das Blatt ist etwas
gebräunt. Der Rahmen hat Schab- und Kratzspuren. € 80,00
747.
Weber, A. Paul. Die feindlichen Brüder. Getönte Lithographie, gedruckt
für die "Griffelkunst", 1967. Im Blatt datiert "22 2 67" und monogrammiert "W".
Unten rechts eigenhändig signiert "A. Paul Weber". Bildgröße 38,5 x 26,5 cm.
Blattgröße 65 x 53 cm. (14)
* Vgl. Nicolin, A. Paul Weber Schachspieler, S. 110 und 152; vergl. Arp 118. Zum
Künstler vgl. Thieme - B. XXXV, 215. Ausdrucksvolle Darstellung von zwei
konfessionell getrennten Geistlichen, die an einem Tisch sitzen und eine Partie
Schach spielen. Der linke Herr hat seine rechte Hand, in der er eine Zigarre
hält, an die Stirn gelehnt und denkt über den nächsten Zug nach. Der rechte
Geistliche sitzt entspannt mit ausgestreckten Beinen, verschränkten Armen und
einer großen Pfeife am Tisch. Das Motiv der Theologen hat Weber schon 1937
dargestellt, allerdings hat er damals die Plätze der Herren genau umgekehrt Der
deutsche Zeichner, Maler und Lithograf Andreas Paul Weber (1893 - 1980) schuf
vor allem zeitkritische, satirische Blätter zu Themen der Politik, Medizin und
Umwelt, aber auch Bildserien wie "Die Schachspieler". Zustand: Das Blatt
ist breitrandig, vereinzelt fleckig und hat wenige Knickspuren. Dekoratives
Blatt. € 90,00